Blaue Lagune

Die Bláa Lonið, auf Deutsch: Blaue Lagune (engl. Blue Lagoon) ist eines der bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten auf Island. Ähnlich wie die Plitvicer Seen in Kroatien ist sie ein Ort, an dem man auch nach seinem Urlaub gerne zurück denkt.

Viele nutzen auch einen Zwischenstopp auf Island auf ihrem Flug nach Boston oder New York zum Besuch der Blaue Lagune. Sie ist eine Lavasenke und mit zwei Dritteln Salzwasser und einem Drittel Süßwasser gefüllt. Weltweit bekannt, ist sie ein weltweit einmaliges Naturphänomen und verfügt über ein einzigartiges Ökosystem.

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Prost in der Blauen Lagune (c) Bluelagoon.com

Die Blue Lagoon hat übrigens nichts mit dem Film Die Blaue Lagune (orig. The Blue Lagoon) mit Brooke Shields aus dem Jahre 1980 zu tun. Neben der Blauen Lagune auf Island gibt es weltweit noch viele andere Blaue Lagunen.

Die Blaue Lagune in Island wird heute als Thermalfreibad genutzt und liegt bei Grindavik nahe der isländischen Hauptstadt Reykjavik (und unweit des internationalen Flughafens Keflavik). Die Blaue Lagune ist umgeben von den für Island typischen Lavafeldern und schwarzen Sandstränden. 

 

Blaue Lagune als Zwischenstopp

Aufgrund der Nähe zum internationalen Flughafen Keflavik, bietet sich die Blaue Lagune auch als Ausflugstation für Touristen auf Langstreckenflügen (Nordamerika – Europa) an, die auf Island nur einen Zwischenstopp machen. Die Blue Lagoon Iceland hat mehr als 100.000 Besucher jährlich und ist daher eines der meistbesuchten Ziele und Attraktionen Islands.
 
Neben der Blauen Lagune selbst, bieten sich dem Besucher verschiedene Attraktionen wie ein Wasserfall, den man als Massagemöglichkeit nutzen kann, Dampfbäder, eine Lavahöhle und eine Sauna. Die Blue Lagoon ist mit modernen Umkleide- und Duschräume ausgestattet. Dort wird übrigens auch das Blue Lagoon Duschgel und die Feuchtigkeitscreme von Blue Lagoon angeboten.  
 
Duschen Sie vor und nach dem Besuch der Blue Lagoon und vergessen Sie nicht sich eine Maske aus dem Kieselerde Schlamm zu machen. Ihrer Haut wird das gut tun und Sie werden merken, dass sie sich nach dem Besuch der Lagune ganz anders anfühlen wird. In den Badepausen können Sie einen Imbiss zu sich nehmen oder den berühmten blauen Cocktail in der Blauen Lagune trinken. Bei sauberer und kühler isländischer Luft und hellem Sommerhimmel ein Erlebnis, dass Sie nie vergessen werden. Nutzen Sie auch, wo Sie schon mal da sind, die Blue Lagoon Massagen und Gesichts- und Körperanwendungen.
Natürlich ist Island klimatisch nicht so mild, wie z.B. Madeira. Aber auch dort gibt es herrliche Sommerabende und den Charme der langen Winternächte. Ein Tipp: Viele Urlauber kombinieren Island mit Grönland oder den Färöer-Inseln.
 

Entstehung der Blauen Lagune

 Die Blaue Lagune liegt in Südwest-Island auf der Halbinsel Reykjanes, deren geologische Beschaffenheit hauptsächlich poröses Lavagestein darstellt. Durch dieses sickert Meerwasser hindurch und vermischt sich im Inneren der Erde mit riesigen Kesselansammlungen aus Frischwasser.

Die Blaue Lagune entstand als Nebenprodukt des seit 1976 betriebenen Geothermalkraftwerkes Svartsengi, wo Meerwasser in eine Tiefe von ca. 2 km gepumpt wird und mit einer Temperatur von 240 °C an die Oberfläche zurückkommt.

Dort dient es dann der Stromerzeugung und fließt in das umliegende Lavafeld ab. Es entstand nach einiger Zeit ein Salzwassersee im Lavafeld, der die typisch blau-weiße Farbe aufweist. Die blaue Farbe des Sees wird durch die Kieselsäure hervorgerufen. Kieselsäure hat die Eigenschaft vor allem blaue Strahlen der Sonne zu reflektieren.

Von der heilenden Wirkung des Wassers wurde erstmals von einem Werksangehörigen des Kraftwerks berichtet, der an Psoriasis (Schuppenflechte) litt. Er berichtete, durch wiederholtes Baden eine Besserung seines Leidens festgestellt zu haben. So kamen immer mehr Menschen auf den Gedanken, den See als Bademöglichkeit zu nutzen. Auf deren Initiative wurden zunächst Umkleidekabinen an der Lagune errichtet. 1986 wurde eine Kommission durch die isländische Regierung berufen, die die Nutzungsmöglichkeiten der Blauen Lagune prüfen sollte.
 
Sie lies Gutachten über die chemische Zusammensetzung, Biologie und medizinische Heilkraft des Lagunenwassers erstellen. 1987 wurden erste Ergebnisse einer Voruntersuchung in einer isländischen Ärztezeitschrift veröffentlicht. Durch die Ergebnisse bestärkt, entstand dann das offizielle Thermalbad.

Dort wird mittlerweile auch eigenes Thermalwasser aus der Erde gepumpt. Ólafur Ragnar Grímsson, seines Zeichens Präsident von Island, eröffnete am 15. Juli 1999 dann die neue Blaue Lagune. Entworfen wurde die gesamte Anlage von der Architektin Sigríður Sigþórsdóttir. Die Gebäude der Blauen Lagune bestehen aus ca. 60.000 – 70.000 Lavaplatten. Die Grundfläche des Gebäudes beträgt ca. 2.700 m².

 

Gesundheitsfördernde Wirkung der Blue Lagoon

Im Thermalbad der Blauen Lagune herrscht eine Wassertemperatur von ca. 37 – 39 °C, wobei im Bad je nach Stelle unterschiedliche Temperaturen herrschen können. Das Wasser enthält Kieselerde-Schlamm, Mineralsalze und blaugrünen Algen und erstreckt sich über 5.000 m².

Der Kieselerde-Schlamm reinigt die Haut und entfernt abgestorbenen Hautschuppen, die blaugrünen Algen geben der Haut Nährstoffe zurück und machen sie geschmeidig und die Mineralsalze wirken entspannend und ausgleichend. Somit ist das Baden in der Lagune nicht nur Spaß, sondern wirkt für den Körper revitalisierend und erfrischend. Die Wassertiefe in der Blauen Lagune beträgt je nach Stelle 90 – 140 cm.  

Das Wasser der Blauen Lagune hat heilende Wirkung, lindert nachweislich Psoriasis (Schuppenflechte) und andere Hautkrankheiten. In der Blauen Lagune findet der Besucher auch Sauna, Massagen, Dampfbad und einen Restaurantbetrieb vor. Bekannt sind auch die Blue Lagoon Produkte, die auch in Deutschland erhältlich sind.

Die Blue Lagoon erhielt 1999 den Isländischen Umweltpreis. Die Blaue Lagune Island erfüllt die Standards der Blauen Flagge und erfüllt damit die europäischen Richtlinien für Naturbadeplätze. Im Frühjahr 2007 wird die Blue Lagoon umgestaltet. Die Lagune selbst wird um 50 % vergrößert. Auch der Restaurantbereich wird umgestaltet und bietet dann ein exklusives Ambiente für Konferenzen, Tagesbesucher und Incentive-Gruppen. Ebenfalls erweitert wird der Blue Lagoon-Shop mit den Hautpflegeprodukten und Souvenir-Artikeln. 

Natürliche Bestandteile der Blauen Lagune Island

Alles begann damit, dass ein Werksmitarbeiter des Kraftwerks mehr oder weniger zufällig in der Blauen Lagune badete. Er litt an Psoriasis und stellte fest, dass nach mehrmaligem Baden sich sein Zustand deutlich verbesserte. Nach dem dies weitere Personen bestätigten, wurde das geothermale Meerwasser der Lagune näher erforscht.  Die Forschungen ergaben, dass das Wasser der Blue Lagoon sich positiv auf die unterschiedlichsten und empfindlichsten Hauttypen auswirkt. Insbesondere der Kieselerde-Schlamm, die blaugrünen Algen und Mineralsalze tun der Haut viel Gutes.  

Die Dermatologische Poliklinik an der Blue Lagoon
 
Die Dermatologische Poliklinik begann am 01.01.1994 mit ihrer Arbeit. In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden von Island betreibt die Blue Lagoon einen Gesundheitsdienst zur Behandlung von Psoriasis. Bei isländischen Patienten übernimmt die Sozialversicherung des Landes sogar die Behandlungskosten. Auch die Färöer und weite Teile von Dänemark bieten die Behandlung offiziell an.  Untersuchungen und Messungen anhand des PASI (Psoriasis Are and Severity Index) haben gezeigt, dass bereits nach der ersten Woche der Behandlung deutliche Verbesserungen das Krankheitsbildes eintraten. Auch international scheint sich das Projekt herumzusprechen. 1994 waren es noch 2.000 Behandlungen, während es 2003 bereits 6.000 Behandlungen waren. Es kommen Psoriasis-Patienten aus aller Herren Länder auf die Vulkaninsel.
 

Anwendungen

Vor- und nach den Anwendungen sollten Sie sich in der Blauen Lagune entspannen. Die Anwendungen finden unter freiem Himmel statt. s gibt verschiedene Anwendungen über Entschlackung, Cellulite-Behandlung, Gesichts-Spa, Meersalz-Peeling Salt Glow sowie nährende und entspannende Anwendungen mit Mineralsalzen und blaugrünen Algen.
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In der Blauen Lagune kann man sich richtig verwöhnen lassen (c) Bluelagoon.com
 
Massagen: In der Blue Lagoon sind verschiedene Massagen mit unterschiedlichen Hautpflegeprodukten erhältlich. Über die Entspannungsmassage mit Blue-Lagoon-Balance-Massageöl (Minerale und Salze der Blauen Lagune sowie ätherische Öle), Schwangerschaftsmassage, Kieselerde-Massage (Blue Lagoon Kieselerde), Kieselerde-Massage für Füße oder Rücken (gegen Pickel und Mitesser) und sogar Massagen für Kinder (6-11 Lebensjahr).
 

Das Restaurant

Im Restaurant der Blauen Lagune gibt es sowohl etwas für den kleinen Hunger als auch großen. Die innovativen Menüs reichen vom leichten Imbiss bis zum feinen einheimischen oder internationalen Essen. Es gibt die Möglichkeit für Gruppenmenüs. Der spektakuläre Blick auf die Lagune ist inklusive. Im Blue-Lagoon Restaurant können sowohl Konferenzen als auch Empfänge und Galadinner gebucht werden. Ideal für größere Geburtstage, Hochzeiten oder andere Firmen- oder Familienfeste.

Besonders beliebt ist es für Jahresabschlussbälle von einheimischen Firmen. Es gibt daher auch die Möglichkeit der Dekoration in Firmenfarben oder dem Eingravieren des Firmenlogos in Eis. Sie sehen der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Der Vorteil vom Blue-Lagoon Konferenzzentrum ist, das die Teilnehmer hier Seminare und Erholung kombinieren können. Unweit vom internationalen Flughafen Reykjavik bietet das Konferenzzentrum für Firmen aus Reykjavik den Vorteil, dass nicht übernachtet werden muss. Internationale Firmen haben den Vorteil der Nähe von einigen Minuten zum internationalen Flughafen. Im Hightech-Konferenzzentrum finden 100 Teilnehmer Platz. Hier trifft spektakuläre Aussicht über die Blaue Lagune, skandinavisches Design und modernste Technik aufeinander. Sie finden hier ideale Tagungsbedingungen.
 
Event: Die Blaue Lagune bietet sich auch für Special-Events an. In den langen Mittsommernächten finden dort Auftritte isländischer Künstler statt. Auch Modenschauen und Musikfestivals sind angesagt. In der Mittsommernacht wird unter hellem Himmel bis nach Mitternacht gebadet. Für Mitteleuropäer ist es ein Gefühl, als sei man auf einem anderen Planeten. Konferenzzentrum Eldborg: Nahe der Blue Lagoon liegt das Konferenzzentrum Eldborg. Sie können hier das Tagen bei herrlicher Aussicht auf die Landschaft genießen. Jeder Raum verfügt über wandhohe Verglasung und ist mit moderner Technik ausgestattet.
 

Die Schlucht

800 m von der Blauen Lagune entfernt befindet sich in Eldborg, Gjáin (Die Schlucht), eine sehenswerte und interessante Ausstellung zur Geologie, Erdwärme und Nutzung der Naturkräfte. Mit moderner Technik, Videos, Karten Bildern etc. wird den Besuchern die Geologie der Erde und Islands näher gebracht. 18 Themen Displays beschäftigen sich mit der besonderen Lage Islands, den geothermalen Aktivitäten und der Nutzung der Erdkräfte. Mit einem Super-Soundsystem werden den Besuchern die Geräusche eines Erdbebens simuliert.
 

Flughafen Keflavik

Hier gibt es neben den typischen Produkten der Blauen Lagune im Bereich Hautpflege auch Spa-Anwendungen im Spa-Bereich des Shops. Auf geothermalen Meerwasser basierende Energie-Anwendungen für Hände und Füße sind in dem von der Design Group Italia (Mailand) entworfenen Shop erhältlich.
 
 
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Der Internationale Flughafen Islands bei Keflavik (c)
 
Das Design ist auffallend. Die Farben weiß und blau stehen für die saubere Energie Islands, außerdem ist eine Lavawand Teil des Designs.
Damit gibt es nun auch einen Shop mit Spa-Angebot, wie in vielen anderen internationalen Flughäfen schon üblich, auch am Flughafen Keflavik.
 
 

Island-Informationen:

Geografie

Island ist geologisch noch sehr jung und liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Es ist das Ergebnis von einem überdurchschnittlichen Magmaustritt an dieser Schwachstelle der Erdkruste. Geologisch gesehen ist es geteilt zwischen den Erdteilen Europa und Amerika. Für gewöhnlich wird Island aber Europa zugeordnet.

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Nationalpark Thingvellir, hier wurde 930 n.Chr. das erste Parlament Islands gewählt (c)

Der Nordwesten (Westfjorde), sowie der Osten der Insel sind die geologisch ältesten Bereiche. Hier gibt es weniger Erdbeben, aber dennoch vulkanische Aktivitäten. Ganz anders ist die Situation an der Zone, welche die Kontinentalplatten trennt. Von Nordosten nach Südwesten liegt die vulkanisch aktivste Stelle. Hier gibt es verstärkte geologische Aktivität mit regelmäßigen Erdbeben und Vulkanausbrüchen. In Þingvellir, wo die Isländer 930 n. Chr. ihr erstes Parlament Althing gründeten (auch heute noch genannt Althingi) kann man sehr gut den Graben sehen, der sich durch Island verläuft und Europa von Amerika trennt. 

11% der Landesfläche Islands ist noch vergletschert, wobei der Vatnajökull mit ca. 8.300 qkm der größte Gletscher der Insel ist. Neben ihm sind noch der Landjökull, sowie Hofs- und Myrdalsjökull von beträchtlichen Ausmaßen. Der höchste Berg Islands ist der Hvannadalshnúkur mit 2.119m. Er befindet sich im Vatnajökullgletscher. Der bekannteste Vulkan ist die Hekla (1.491m) im Südosten, die meist in jedem Jahrzehnt einmal ausbricht.

In der Hauptstadtregion gibt es viele heiße Quellen. Hier liegt auch der Namensgeber für alle Geysire, also für die regelmäßig aus der Erde spritzenden Wasserfontänen, bedingt durch vulkanische Aktivität. Der „Geysir“ selbst ist heute nur noch selten zu bewundern, dafür aber sein wenige Meter entfernter kleiner Bruder, der „Strokkur“.

Da Island wie bereits erwähnt, geologisch noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es wenig Rohstoffe. Dafür aber fast unerschöpfliche Ressourcen an Geothermalenergie und Wasserkraft. Bereits jetzt deckt die Wasserkraft fast 90% des isländischen Strombedarfs. Energie und Wasser sind als „billige“ Ressourcen ein Standortvorteil Islands. Islands Klima ist subpolar, kühl und an den Küsten maritim. Im Landesinnern kälter und kontinentaler. Durch den Einfluss des Golfstroms ist das Klima Islands für seine Breitenlage erstaunlich mild. Reykjavik hat z.B. eine mittlere Januartemperatur von ca. 0°C (zum Vergleich: Helsinki liegt deutlich südlicher und hat -6°C).

Die Niederschlagsmengen nehmen von Süden nach Norden hin ab. Im Süden liegt das Mittel bei ca. 1.000 mm/ Jahr im Norden bei 600 mm/ Jahr. Auf den Gletschern im Süden werden sogar Werte über 4.000 mm erreicht. Während Island zu Zeiten der ersten Besiedlung nach Schätzungen noch zu 2/3 mit Wald bedeckt war, sind es heute nur noch ca. 1%. Es handelt sich dabei hauptsächlich um lichte Birkenwähler und Krüppelkiefern. Insbesondere durch die Schafhaltung und der daraus folgenden Bodenerosion sind weite Teile heute Wüste. Weite Flächen sind jedoch zumindest mit Moosen und Flechten begrünt. 75% der Fläche sind jedoch vegetationslos (inkl. Gletscher, erkaltete Lavaströme, Sander, Hochgebirge). Islands Gewässer sind sehr fischreich. Auch die Vogelwelt ist sehr artenreich, am bekanntesten ist wohl der Papageitaucher (Lundi).

 

Islands Bevölkerung

Island hat ca. 320.000 Einwohner. Die bekanntesten Isländer sind sicherlich die Sängerin Björk, die heute in London lebt und Halldor Kiljan Laxness, der 1953 den Weltfriedenspreis und 1955 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
 
Die Isländer sind überwiegend Nachkommen von Norwegern und Kelten. Der skandinavische Einfluss überwiegt. Er ist jedoch nicht so eindeutig wie in Norwegen oder Schweden, da es eben auch einige Einwanderer von den britischen Inseln gab.
 
Die Bevölkerung ist zu 85,5% evangelisch-lutherischen Glaubens. Nur knapp 2% der Isländer sind Katholiken. Die Amtssprache ist Isländisch (Íslenska). Es gibt keine Dialekte. Isländisch ist am ehesten verwandt mit der Sprache der Färöer, der kleinsten germanischen Sprache. Es ist weiterhin verwandt mit dem Norwegischen, Schwedischen und Dänischen.
 
Als die Nordmänner oder Wikinger aus Norwegen ab 874 n. Chr. Island besiedelten, sprachen die Einwanderer Altnordisch. Aufgrund der Isolation Islands ist das heutige Isländisch noch sehr verwandt mit dem Alt-Isländisch. In Gegensatz zu den anderen skandinavischen Sprachen unterlag das Isländische kaum anderen Spracheinflüssen. Selbst heute noch legen die Isländer wert darauf möglichst wenig Fremdwörter einzuführen. Vielmehr wird versucht, die Innovation zu umschreiben. „Batterie“ heißt auf Isländisch z.B. „rafgeymir“, was übersetzt „Bernsteinbehälter“ bedeutet.
Die Bevölkerung ist trotzdem sehr international orientiert und gut ausgebildet in Fremdsprachen. Die meist verbreiteten Fremdsprachen sind Englisch und Dänisch, vereinzelt auch Deutsch.
 
Die Gesundheitsvorsorge ist hervorragend und die Umwelt sauber, so dass die Lebenserwartung ebenfalls höher als in Deutschland liegt. In Island werden Männer im Schnitt 77 Jahre, Frauen sogar 81 Jahre. Der Isländer hat bei der Geburt eine Lebenserwartung von 80,9 Jahren und damit die höchste weltweit, nach Japan und China.
 
Die Bevölkerung Islands nimmt jährlich um 1% zu, was für europäische Verhältnisse außerordentlich viel ist. Dies liegt insbesondere an der traditionell familienfreundlichen Politik. Es gibt z.B. sowohl für Mütter als auch Väter flexible Möglichkeiten von Arbeitszeitmodellen und staatlichen Förderungen. Die Verstädterung ist mit 92% mittlerweile allerdings recht hoch, was auch daran liegt, dass alleine fast 2/3 der Bevölkerung (ca. 190.000 Menschen) im Großraum Reykjavik leben. Diese Entwicklung ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingetreten, denn damals lebten noch 80% der Menschen auf dem Land. Besonders die besseren Beschäftigungsmöglichkeiten des Großraums Reykjavik und der Rückgang von Landwirtschaft und Fischerei haben hierzu geführt. Island ist mit 3 Einwohnern je qkm, neben Kanada und nach Namibia und der Mongolei (mit je 2 Einwohner/ qkm) das am dünnsten besiedelte Land der Erde.
 

Reisen nach Island

Viele Menschen wissen von Island nur, dass es dort viel regnet, kalt ist und vulkanische Aktivität gibt. Die Insel schickt ihre Island-Tiefs gerne nach Mitteleuropa und sorgt dort ebenfalls für Regen. Der ein oder andere hat schon einmal den Begriff Geysir gehört und politisch Interessierte können sich eventuell noch an den Gipfel zwischen Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavik erinnern. Die treuen Islandpferde sind auch noch recht bekannt, aber dann hört es langsam auf mit dem Islandwissen.
 
Dabei hat die relativ isolierte Insel im Nordatlantik viel zu bieten: Auf der gerade einmal 25 Millionen Jahren jungen Insel, die immer noch erdgeschichtlich in den Kinderschuhen steckt, kann man Eis und Feuer erleben und hat einen westlich-komfortablen Lebensstil. Island ist allerdings kein Billigreiseland. Viele Dinge sind deutlich teurer als in den meisten anderen Industrieländern. Dies hängt hauptsächlich damit zusammen, dass Island auf dem Weltmarkt nur kleine Mengen abkaufen kann. Selbst sonst als teuer geltende Länder wie Norwegen und die Schweiz sind billiger.
Als beste Reisezeit gilt allgemein Juni bis Anfang September. Ende Juni bis Anfang Juli ist die Midsommerphase, in der die Sonne im ganzen Land so gut wie nicht untergeht. Was sollte man oder muss man in Island denn gesehen haben? Die Region die von den meisten Besuchern besucht wird ist zweifellos der Südwesten.
 

Islands Südwesten

Reykjavik: Die nördlichste Hauptstadt der Welt, Reykjavik ist auf jeden Fall eine Reise wert. Sie ist klimatisch wesentlich angenehmer, als man zunächst vermuten möchte. Durch den Einfluss des Golfstroms zeigt das Thermometer im Sommer oft deutlich über 20 °C. Zur Zeit des Midsommers ist die Innenstadt gut flequentiert und die Menschen sitzen in den Restaurants und Straßencafés. Dann kommt fast schon südländisches Flair auf. Das Wahrzeichen die Hallgrimkirkja (Hallgrimkirche).
 
Sie fasst 1200 Sitzplätze und damit das größte Gotteshaus Islands.  Vor der Kirche steht die Statue von Leif Eriksson dem Entdecker Amerikas. Das Monument ist ein Geschenk der USA. Ebenfalls sollte man Perlan, die Glasskuppel mit Aussichtsplattform und Luxusrestaurant gesehen haben. Reizvoll ist auch das Nationalmuseum, dass einen guten Überblick über Islands Geschichte liefert. Einen Spaziergang um den Stadtsee, den Tjörnin sollte man auch machen. Auch im Winter bietet die Stadt ihre Reize, besonders im kulturellen Bereich. Reykjavik vorgelagert ist die Insel Viðey, die mit der Fähre erreicht werden kann und die als Wandergebiet genutzt wird. Aus der Insel befindet sich ein Gutshaus, dass von der Stadt Reykjavik u.a. für Konferenzen betrieben wird. 
 
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Der Gullfoss-Wasserfall im Südwesten Islands (c).
 
Golden Circle: Als Golden Circle (Goldener Kreis) wird das im Südwesten gelegene, kartografisch kreisförmig angeordnete Sehenswürdigkeitengebiet mit Großem Geysir, Gullfoss und Thingvellir bezeichnet. Diese drei Highlights sind natürlich Pflicht für jeden Islandbesucher. Der Große Geysir gab allen Springquellen der Welt den Namen. Er war zwischenzeitlich nicht mehr aktiv und bricht heute zwar wieder aus, aber selten. Aktiver ist dagegen sein kleiner Bruder, der Strokkur, der etwa alle 5 – 10 Minuten ausbricht und mit blubbernder Vorankündigung Heiß-Wasser-Fontänen spritzt.
Thingvellir, wo 930 das Alting (Parlament) zum ersten Mal tagte ist heute das Nationalheiligtum des Land liegt.
 
Es ist Nationalpark und nebenbei kann man auch sehr schön zwischen Wasserfällen und Lavaformationen und Blick auf den Thingvellirvatn (See) dort wandern. Hier kann man genau dort wandern, wo die amerikanische und europäische Platte jährlich etwa 2cm auseinanderdriften. Der Gullfoss gilt als schönster und imposantester Wasserfall Islands. Er wird gespeist von dem Gletscherfluss Hvita, der dort vom Langjökull Wassermassen mit sich führt. Bei schönem Wetter sind dort interessante Regenbogen zu beobachten. Die Schlucht ist insgesamt 2,5 km lang und 75 m tief.Dem Snaefellsjökull auf der Halbinsel Snaefellsness sagt man überirdische Kräfte nach. Von hier ließ Jules Vernes seine Reise zum Mittelpunkt der Erde starten.
 
Westmänner-Inseln bestehen aus 14 Inseln, 30 Schären und 30 Felsen. Heimaey, die bekannteste Insel der Westmänner-Inseln und der gleichnamige Ort (ca. 4.000 Einwohner) ist mit dem Flugzeug oder per Fähre zu erreichen. 15% aller Fischfänge werden hier an Land gebracht und damit ist sie der  wichtigste Hafen des Landes. Heimaey zählt durch den Fischreichtum zu den reichsten Gemeinden Islands. Für Ornithologen (Vogelkundler) ist die Insel ebenfalls interessant, wegen den Brutkolonien der Papageitaucher. Am ersten Wochenende im August wird hier das Nationalfest gefeiert, gesungen und getanzt. Dann kommen auch viele Festland-Isländer und Touristen mit zum feiern.  Kap Dyrhólaey: In der Nähe von Vik am südlichsten Punkt der Hauptinsel. Auch hier befinden sich einige Nistplätze von Seevögeln. Der schwarze Lavastrand gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Skogar + Skogarfoss: Heimatmuseum mit über 6000 Ausstellungsstücken und Häusern aus verschiedenen Epochen.  
 
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Der Skogafoss ist ein besonderes Naturschauspiel (c)
 
Der Skogafoss ist besonders interessant, weil ein Weg dem Wasserlauf führt. Man sieht ihn also aus mehreren Perspektiven. Hekla: bekanntester Vulkan der Insel. Sie ist 1491 m hoch und galt früher als das Tor zur Hölle. Sie ist mindestens 6.600 Jahre alt und Teil einer 40 Km langen Vulkanspalte. Der Vulkan besteht aus 5 verschiedenen Kratern und ist eine Mischform zwischen Schild- und Stratovulkan, wobei die Tendenz in letzter Zeit zu Letzerem geht. Die letzten Ausbrüche waren 1947, 1970, 1980/81, und 1991. Vermutlich war die Erstbesteigung 1750 von Eggert Olafsson und Bjarni Palsson. Über die Nord- oder Nordwestflanke ist die Besteigung am einfachsten. Der Aufstieg fängt ab der Piste Landmannaleið westlich von Nýjahraun beim Krater Rauðaskál an und ist ca. 14 km lang. Vik i Myrdal ist der südlichste Ort Islands und hat ca. 300 Einwohner. Er ist einer der wenigen Küstenorte, die keine Hafen haben. Nach Reykjavik sind es bereits 187 km Entfernung.  
 
Der Ort ist für die Region um den Myrdalsjökull ein wichtiges Versorgungs- und Dienstleistungszentrum. Der Ort hat ein Schimmbad, eine Wollfabrik, einen Campingplatz und eine Jugendherberge. Die Niederschläge in der Region sind relativ hoch. Vik ist bekannt für seinen Schwarzen Strand, der 1991 zu einem der 10. weltweit schönsten Strände gewählt wurde. Das Meer vor dem schwarzen Lavastrand ist meist aufgewühlt und rau. Es gibt dort auch ein Denkmal für verunglückte Fischer und Seeleute. Es gibt drei Felsnadeln im Wasser, die Reynisdrangar, die heißen „Skessudrangur“, „Laddrangur“ und „Langhamar“. Diese sollen nach der Legende versteinerte Trolle sein. Der nahe gelegene Reynisfjall ein Paradies für Vogelfreunde. Dort trifft man im Sommer auch Papageitaucher und Eissturmvögel an. Von der Klippe (120 m hoch) hat man eine schöne Aussicht ins Umland. Die Halbinsel Kap Dyrholaey ist 20 km entfernt und bietet ebenfalls eine schöne Aussicht auf die Küste.
 
 

Islands Norden

Akureyri im Norden und mit 18.000 Einwohnern viertgrößte Stadt Islands und ist die Hauptstadt des Nordens. Sie war traditionelle die zweitgrößte Stadt Islands, ist jedoch mittlerweile von den Trabantenstädten Reykjaviks, Hafnarfjördur und Kopavogur, überholt worden. Wirtschaftlich und kulturell ist es aber immer noch nach Reykjavik die wichtigste Stadt Islands.
 
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Der Godafoss nahe Akureyri (c)
 
Der Norden ist durch Fjorde gekennzeichnet. Akureyri liegt an dem Eyjafjörður und ist 100km vom Polarkreis entfernt. Es ist ein Landwirtschaftszentrum Islands. Besonders sehenswert ist die Eiskathedrale, der Botanische Garten und das Museum des Schriftstellers Jon Sveinsson. Akureyri bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Wandern im Sommer oder Ausfüge zum Myvatn und Godafoss. Selbst im Sommer sind die Berge um die Stadt mit Eis bedeckt und es entsteht ein besonderes Flair. Vor den Toren der Stadt kann man auch ganzjährig das Weihnachtshaus besuchen. Akureyri ist dem nördlichsten 18 Loch-Golfplatz der Welt, Austragungsort der Arctic Open.
 
Der Myvatn ist der viertgrößte See des Landes und hat eine maximale Tiefe von nur 4 Metern. Dadurch erwärmt sich das Wasser des Sees im Sommer auf 24 °C, wodurch das Algenwachstum gefördert wird. Dort können die Mücken ihre Eier wunderbar ablegen und die Mücken locken wiederum viele Enten und Gänse an. Die Anzahl der Mücken ist beängstigend und man sollte entweder ein Mückennetz oder Nelkenöl dabei haben. Die meisten Mücken sind allerdings Zuckmücken und stechen nicht. Bekannt sind insbesondere die Lavaformationen, die recht mystisch anmuten.
Einige Kilometer entfernt liegt die Vulkanzone um den Vulkan Krafla. Dort ist die Erdkruste lediglich ca. 3km dick. Nördlich vom Myvatn liegt die Hafenstadt Husavik, wo früher Schwefel und heute noch Kieselgur vom Myvatn exportiert wird. Husavik heißt übersetzt Häuserbucht und sehenswert ist der Hafen, die Kirche und das Heimatmuseum. Außerdem werden dort im Sommer Whalewatching angeboten.
 
Die „Trefferquote“ gilt in der Region besonders hoch (angeblich 99%). Der wasserreichste Wasserfall Europas ist der Dettifoss. Er ist in Kombination von Breit, Fallhöhe und Volumenfluss der energiereichste Fluss Europas. Die Wassermassen setzen im Durchschnitt eine Leistung von 85 Megawatt um. Sie ergießen sich auf um die 100 m Breite 45 m in die Tiefe. Der Dettifoss liegt nördlich vom Myvatn in der Schotterwüste. Er wird gespeist durch den Gletscherfluss Jökulsá, der den Schlamm des Vatnajökull mit sich führt. Daher ist der Dettifoss nicht sehr klar, sondern dreckig-braun.
 
Einige hundert Meter flussabwärts folgt dem Dettifoss der Hafragilsfoss. Danach strömt der Fluss den Jökulsargljufur-Nationalpark an der Asbyrgi-Schlucht vorbei. Oberhalb des Dettifoss liegt der Selfoss. Nur einen kurzen Fußmarsch von 1,4 km am Flussbett entlang durch das Hochland und man sieht ihn vor sich. Der Selfoss stürzt zwar nur 10 m in die Tiefe ist jedoch auch sehr breit und erhält dadurch eine ganz anderen Eindruck als der Dettifoss. Besonders die geografische Nähe dieser beiden doch sehr verschiedenen Wasserfälle beeindruckt.
 
Im Jökulsargljufur-Nationalpark ist die hufeisenförmige Schlucht Asbyrgi zu finden. Sie war einst das Flußbett der Jökulsa a Fjöllum. Mittlerweile ist das Flußbett weiter östlich zu finden. Nach der isländischen Mythologie soll die Schlucht durch einen Hufabdruck von Sleipnir (Odins achtbeiniges Pferd) entstanden sein. Geologisch gesehen ist die ungewöhnliche Form jedoch durch drei besonders starke Gletscherläufe entstanden. Nach der 3,5 km langen Schlucht findet sich auch ein kleiner See der von Enten bevölkert ist. Gespeist wird er von einem Rinnsal, der von der Steinwand Asbyrigs tropft und ein Überbleibsel des alten Flusslaufs ist. Die Atmosphäre in der Schlucht ist unbeschreiblich und mystisch.
 
Untypisch für Island ist auch die Bewaldung der Schlucht mit einem Birkenwald, dessen Bäume teilweise 3 m hoch sind. Dies macht die Schlucht auch zu einem Reiseziel für Isländer. Es gibt in der Nähe zwei Campingplätze und eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt und Fast-Food. Dort trifft man manchmal auch Deutsche, die dort in den Ferien aushelfen. Es existiert außerdem ein interessantes Echo in der Schlucht.
 
 

Islands Südosten

Der Skaftafell Nationalpark mit verhältnismäßig mildem Klima bietet auf 1.700 qkm Größe interessante Wandermöglichkeiten um den Gletscher Oraefajökull und zum Wasserfall Svartifoss. Er wurde 1967 gegründet und ist durch Gletschererosion und Wasser geformt worden. Für Island hat der Park eine üppige Vegetation. Auf den Berghängen findet man Birken und Ebereschen vor. Vor Ort gibt es einen Campingplatz mit Besucherzentrum. Island besitzt noch einige Gletscher. Am bekanntesten ist der drittgrößte Plateaugletscher der Erde, nämlich der Vatnajökull (8.300 km) der nur noch von der Eisdecke Grönlands und der Antarktis übertroffen wird. Er ist mehr als 3 mal so groß wie Luxemburg. Die Eisschicht ist bis zu 1 km mächtig und einige der aktivsten Vulkane Islands liegen darunter. Diese Phänomene haben Island zurecht den Spitznamen „Insel von Feuer und Eis“ gegeben.

Der letzte große Geltscherlauf fand 1996 statt und zerstörte einige Brücken, Telefon- und Stromleitungen und verursachte damit ca. 10 – 15 Mio. US$ Schaden. Sie entstehen durch Vulkane unterhalb der Gletscheroberfläche die ausbrechen, große Schmelzwasserseen produzieren die dann Flutartig ausbrechen.Im Süden des Vatnajökull liegt mit 2.119 m der höchste Punkt Island (Vulkan Hvannadalshnjúkur).

Am 1. November fand ein kleiner Ausbruch statt, wobei die Region nicht evakuiert werden musste. In Finnland waren bereits am 3.November Aschepartikel des Ausbruchs nachweisbar. Verschiedene Anbieter bieten Gletscherüberquerungen und Gletschertouren an. Da der Vatnajökull auch im Rahmen der Klimaveränderungen schmilzt sollte man ihn sich auf jeden Fall bei seinem Islandbesuch ansehen. Der Jökullsarlon ist ein Gletschersee und befindet sich direkt an der Ringstraße. Durch den Rückzug des Gletschers ist dieser See entstanden, der bis zu 200 m Tiefe erreicht. Zu allen Jahreszeiten treiben dort Eisberge und das Wasser hat eine Temperatur von ca. 2°C. Hier kann man auch im Sommer eine Bootsfahrt machen oder man wandert am See entlang.

 

Islands Westfjorde

Die Westfjorde sind tief zerfurcht von Fjorden und Buchten und ragen wie die Finger einer Hand ins Meer. Sie sind mit dem Rest der Insel nur durch eine schmale Landbrücke verbunden. Sie umfassen etwa 10 % der Fläche Islands, allerdings rund 30 % der Küstenlinie. Fahrten durch die Westfjorde sind nicht immer bequem und führen über Pässe und Höhen, vorbei an Waldgebieten und abwechslungsreicher Küstenlandschaften. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Bild. Weiße Sandstrände, die Fjorde und bizarre Felsklippen prägen die Westfjorde. Die weichen Züge der Landschaft werden Richtung Norden rauer. Dort sind steil ins Meer abfallende Tafelberge (300 – 500m) typisch. Ísafjörður ist Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westfjorde und hat ca. 4.200 Einwohner. Seefahrtmuseum Neðstakaupstað. Ísafjörður ist Skizentrum im Winter. Kunstgalerie Slunkariki. Betonkirche Ísafjarðarkirkja. Leuchtturm Arnarnesviti. Der Dynjandi Wasserfall im Fjord Arnafjörður gilt als der attraktivste und ansehnlichste. Der Dynjandi stürzt ca. 100m in die Tiefe und wird nach unten hin breiter.  Der Name bedeutet „dröhnen“, was das hinunter fallende Wasser beschreibt.
 
Große Seen gibt es in diesem Landstrich Islands nicht, jedoch viele mit Lachsen und Forellen bevölkerte kleiner Lagune und Flüsse. Mit nur 7.500 Einwohnern haben die Westfjorde mal gerade gut 3 % Anteil an der Gesamtbevölkerung Islands. Das war nicht immer so: Noch im Jahre 1900 lebten in den Westfjorden 16 % der Isländer. Hauptsächlich durch die schlechte Infrastruktur und Lawinenunglück sind die Menschen in die Hauptstadtregion abgewandert. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bauernhöfe waren schlechter geworden und viele gaben ihren Hof auf. Auch der Walfang wird nicht mehr praktiziert. Dennoch sind die Westfjorde touristisch gesehen sehr reizvoll. Der Tourismus wird zur Zeit auch ausgebaut und die Infrastruktur verbessert. Es werden Straßen geteert und Brücken über die Fjorde gebaut. Mit 9 km ist der Tunnel zwischen Isafjördur und seinen Nachbargemeinden der längste Islands. Im Winter werden die Hauptverkehrsstraßen regelmäßig geräumt. Die Westfjorde sind geologisch der älteste Teil Islands. Hier sind die wenigsten Erdbeben, aber dennoch mit heißen Quellen und Erdwärme. Diese werden zur Fischaufzucht, aber auch zum Betrieb vom Schwimmbädern und heizen genutzt. Wie auch im übrigen Island waren die Gletscher an der Form der Landschaft maßgeblich.
 
Berühmt sind auch die flachen und fruchtbaren Inseln: Æðey und Vigur im Fjord Ísafjarðardjúp und Grímsey im Fjord Steingrímsfjörður. Dort niesten Millionen von Vögeln. In der Bucht Breiðafjörður sind tausenden Inseln und Schären verstreut. Die bekanntesten Inseln sind jedoch Flatey (bekannt durch den Krimi „Das Rätsel von Flatey und das Flateyjarbók), Hergilsey, Hvallátur und die Inselgruppen Svefneyjar und Skáleyjar. Der Drangajökull thront noch heute als Plateaugletscher über den nördlichen Westfjorden. Seit dem abtauen der Gletscherkappe der Glama-Hochebene ist er der einzige Gletscher der Westfjorde. Selbst im Sommer reichen noch die Schneefelder des Drangajökull ins Meer hinab. Diesen „Strand der schneebedecken Hänge“ nennen die Isländer „Snæfjallaströnd“. Die Vegetation der Westfjorde ist überraschend üppig. Es wachsen einige endemische Pflanzen, bedingt durch die abwechslungsreiche Landschaften, wenig Landwirtschaft und die lange Schneedecke.
 
Man findet dichte Bestände von Ebereschen und Krüppelbirken. Auch gibt es reiche Bestände an Blaubeeren, sowie Farne und Schwedischer Hartriegel. Auch natürlich Isländisch Moos und verschiedene Flechten. In den Niederungen sind Moore und Feuchtgebiete anzutreffen. In den Höhenlagen blüht der Arktische Mohn.
 
Bekannteste Naturschutzgebiete sind Hornstrandir und Vatnsfjörður. Die Insel Hrísey in der Gemeinde Reykhólahreppur und der Osten von Flatey in derBreiðafjörður-Bucht sowie die Flora und Fauna aller Breiðafjörður-Inseln stehen unter Schutz unter Schutz. Hornstrandir umfaßt den gesamten Norden der Westfjorde-Halbinsel. Geprägt von schroff abfallenden Bergmassiven an der Küste sowie schmale Buchten und Täler am Ende der Fjorde ist es ein besonderes Naturerlebnis. Es finden sich Fossilien die Erdgeschichte bezeugen. Hier finden sich viele Vogelkolonien mit Trottellummen, Wat- und Sumpfvögeln.
 
Auch der Polarfuchs lebt hier, das einzige heimische Säugetier Islands. Sie sind vermutlich in der Eiszeit eingewandert und stehen unter Schutz. Hornstrandir war früher relativ dicht besiedelt. Die Menschen nutzten die Vögel sowie deren Eier, Seehunde und Treibholz zum Überleben. Seit ca. 50 Jahren ist die Region aber verlassen. Die Überreste manchen Bauernhöfe erzählen dem Besucher die lebendigere Vergangenheit. Im Sommer werden Bootsfahrten nach Hornstradir angeboten, wobei Besucher die Ausrüstung und Nahrung wegen der schlechten Infrastruktur mitbringen müssen. Hornstradir wird durch das staatliche Amt für Naturschutz un der Polizei von Ísafjörður kontrolliert. In den Naturschutzgebieten Vatnsfjörður, Flatey und Hrísey wird ebenfalls dem Naturliebhaber viel geboten. In Vatnsfjörður findet man den größten Bestand wildwachsender Ebereschen auf Island. Auf den Berghängen findet man Beeren und im Fluß, der den See Vatnsdalsvatn mit dem Meer verbindet, Lachse und Forellen. Das Schwemmland im Fjord lockt Sumpf- und Watvögel, sowie Stern- und Eistaucher, Seeadler und Kragenenten.
 
Im Osten von Flatey sind ebenfalls Vogelschutzgebiete vorhanden. Hrísey ist sehr vegetationsreich. Für Vogelkundler (Ornithologen) sind in den Westfjorden Látrabjarg und die Gegend des Isafjarðardjúp interessant. Die bis zu 400m Meter hohe Steilküste Latrabjark ist im Frühsommer Treffpunkt von Vogelkundlern. Hier kann man massenweise Papageitaucher, Möwen, Lummen und Eissturmvögel beobachten. Von hier aus sind es ca. 300 km bis nach Grönland, es ist der westlichste Punkt Europas. Auch Reykhólar, die Breiðafjörður-Inseln, und der Fjord Steingrímsfjörður in der Region Strandir sollten sie besuchen. U.a. findet man Eiderenten, Papageitaucher, Krabbentaucher, Alken, Eissturmvögel und Dreizehenmöwen in den Westfjorden. Die Westfjorde gelten auch als Wintersportparadies. In der Zeit von März bis Mitte Mai werden die Nächte wieder länger und die Winterstürme lassen nach. Außerdem werden die Tage wieder länger.
 
Ísafjörður gilt als attraktivstes Skizentrum. Nahe dem Ortszentrum liegt das moderne Skigebiet mit drei neuen Skiliften und ausgedehnten Langlauf-Loipen. Es liegt in den landschaftlich schönen Tälern Tungudalur und Seljalandsdalur und hat verschieden Schwierigkeitsgrade und Flutlichtanlagen. Vor Ort gibt es u.a. Skiverleih, Restaurant, Aprés-Ski-Programm und ein Übungsgebiet für Kinder. Ostern findet seit 1935 die Skiwoche von Ísafjörður statt. Es finden Skiwettkämpfe, Tanzveranstaltungen, Schneemänner-Bauen, Jazzabende, Theataufführungen und Kochveranstaltungen statt. Weiterhin werden Skitouren in die Berge mit Einheimischen (gute Kondition und Erfahrung erforderlich), Jeeptouren und Eisangeln angeboten. Im März findet ein Langlaufwettbewerb in Stradir statt (Halbmarathon Strandaganga). Weitere Möglichkeiten in den Westfjorden sind: Reittouren mit Islandpferden rund um den Gletscher Drangajökull. Beuschen Sie das Schwimmbecken in Reykjanes im „Ìsafjardadjúp“ und Krossnes-Schwimmbad in der Gemeinde Árneshreppur.

 

Islands Hochland

Das Hochland ist eine raue Wüstenlandschaft, aber auch empfindsam.  Wenn man das Hochland besucht, sollte man sich auf jeden Fall vorsichtig verhalten. Zunächst sollte man auf jeden Fall einen stabilen Geländewagen haben, da die Strassen teilweise in einem katastrophalen Zustand sind.
 
landschaft island
Faszinierende Landschaft in Landmannalaugar (c)
 
Die Wettervorhersage sollten Sie ebenfalls beachten. Im Hochland selber sollte der Tourist ebenfalls einige Grundregeln beachten, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie z.B. kein offenes Feuer, die Landschaft nicht zu verschmutzen und sie so wieder zu verlassen wie er sie vorgefunden hat. Im Hochland gibt es einige sehenswerte Stellen.
 
Eine der berühmtesten ist sicher Landmannalaugar, was übersetzt „Warme Quellen der Leute vom Land“ heißt. Nicht nur für Geologen ist dieses Gebiet reizvoll, kann man doch hier wandern, in warmen Flüssen baden und die unendliche Weite genießen.

 

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