Isländisch

Isländisch ist eine nordgermanische Sprache und hat noch viele Gemeinsamkeiten mit dem Altnordischen, also der Sprache wie sie einst die Wikinger sprachen. Ein Grund hierfür ist zum einen die isolierte geografische Lage Islands, die durchaus einige Einflüße auf die Sprache abschirmen konnte.

Nicht zu verachten ist allerdings auch die Liebe der Isländer zu ihrem eigenen Idiom, welches sie akribisch auch von Lehnwörter anderer Sprachen insbesondere des Dänischen (Island gehörte einige Jahrhunderte zu Dänemark) loslösten. Hierbei kamen auch alte Schriften wie die alten Aufzeichnungen der emsigen isländischen Schreiber.

Die Isländer waren schon immer ein fleißiges Literatenvolk. Bekanntestes Werk in diesem Altisländisch ist natürlich hierbei die Edda von Snorri Sturluson (1179 – 1241). Einer der bekanntesten Schriftsteller der Neuzeit war der Literaturnobelpreisträger Halldor Laxness (1902 – 1998).

Einige Floskeln sind für den Alltag immer nützlich:

Isländisch (Íslenska) = Deutsch
Halló = Hallo
Góðan daginn = Guten Tag
Vertu blessaður! = Auf Wiedersehen!
informelle Kurzform: Bless     
Já = Ja
Nei = Nein
Takk = Danke
Ég heiti Steina = Ich heiße Steina
Hjálp! = Hilfe!
Skál! = Prost!
Einn = Eins
Tveir = Zwei
Þrír = Drei
Ísland = Island
Þýskaland = Deutschland
Austurríki = Österreich
Sviss = Schweiz

Aber dies sind nur die bekanntesten Schreiber, zahlreiche Poeten und Literaten hat das kleine Volk hervorgebracht. In jüngerer Zeit sind insbesondere auch die Islandkrimis von Arnaldur Indriðason oder auch Yrsa Sigurðardóttir sehr gefragt.

Isländisch selbst ist keine einfache Sprache, die Wort- und Satzbauregeln sind kompliziert, die Aussprache ist ebenfalls sehr speziell. Hinzu kommt die isländische Eigenart Fremdwörter nicht aus anderen Sprachen zu übernehmen, sondern zu umschreiben.

Bekanntester Exot der isländischen Buchstaben ist das Runenzeichen Thorn (Þ). In der Aussprache entspicht der in etwa dem englischen „TH“, weitere besondere Buchstaben sind Ð, Æ und Ö.

Im Urlaub wird man aber selten Verständigungsprobleme mit den Einheimischen haben, denn viele sprechen Englisch oder sogar Deutsch. Egal ob man an der Museumskasse steht oder im Freibad angesprochen wird, den Mietwagen entgegennimmt oder den Schlüssel für das Ferienhaus – meist kommt man mit Englisch und Deutsch weiter.

Besonders Englisch ist weit verbreitet, unter anderem auch, weil von 1951 bis 2006 in Keflavik ein US-amerikanischer Militätstützpunkt auf der Insel vorhanden war.

Den gemeinsamen germanischen Ursprung sollte man als Deutscher jedoch nicht überschätzen, denn Deutsch und Isländisch sind schon sehr unterschiedlich.

Selbst Schweden, Norweger oder Dänen können die Isländer kaum verstehen. Größer sind dann schon die Übereinstimmungen zwischen den beiden Sprachen Isländisch und Färöisch, der Sprache der nahegelegenen Färöer-Inseln.

 

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